Erstmals seit Juni gab es mit dem Oktober wieder einen Monat mit Kursverlusten an den Börsen in den USA, in Deutschland und in den meisten anderen Industrieländern. Für den japanischen Nikkei 225 Index war der Oktober bereits der zweite Monat in Folge mit einer negativen Performance. Auch an den Aktienmärkten in den Emerging Markets gab es teils kräftige Kursrückgänge.
Auslöser für die Gewinnmitnahmen waren vor allem die Konjunkturdaten aus den USA. Zwar konnten die BIP-Zahlen für das dritte Quartal und der ISM-Index für Oktober positiv überraschen, aber vor allem die Zahlen zur Entwicklung des privaten Konsums blieben hinter den Erwartungen zurück. Der labile US-Arbeitsmarkt hemmt die Verbraucher offensichtlich stärker als von vielen erwartet.
Das weckte Zweifel an der Nachhaltigkeit des Konjunkturaufschwungs, nicht nur in den USA. Zudem rückte die Insolvenz des größten US-Mittelstandsfinanzierers CIT die Probleme im Finanzsektor wieder in den Vordergrund. CIT hat Schulden in Höhe von rund 65 Mrd. USD angehäuft.
Die Quartalsergebnisse der US-Unternehmen lagen dagegen weiterhin überwiegend über den Erwartungen. 84 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500, die bisher Quartalsberichte vorgelegt haben, konnten die Prognosen übertreffen. Das reichte allerdings nicht aus, um dem Aktienmarkt weiteren Auftrieb zu geben.
In Deutschland meldeten die Unternehmen gemischte Zahlen. Während MAN, Henkel und Linde positiv überraschten, wurden die Quartalsberichte von SAP, Lufthansa und BASF eher enttäuscht aufgenommen. Vor allem die verhaltenen Ausblicke sorgten für Ernüchterung. In den USA verliert die Quartalssaison in dieser Woche etwas an Schwung, dafür werden aber zahlreiche deutsche Unternehmen, darunter elf DAX-Werte, Ergebnisse vorlegen. Ebenfalls von großem Interesse sind die Notenbanksitzungen in den USA, der Eurozone und in Großbritannien.